AschheiMuseum

Archäologie - Geschichte - Heimat

Jahresrückblick - Museum 2019


Gemeinsames Sommerprogramm mit dem bajuwarenhof kirchheim:
eSSEN UND TRINKEN IN VOR- UND FRÜHGESCHICHTLICHER ZEIT


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23.5.  - Prof. Dr. Wolfgang Czysz (ehem. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege)
„Bibite amici! Trinkt, Freunde! Bierbrauerei und Alkoholkonsum in Raetien und den Militärprovinzen des Nordens.“

Prof. Czysz zeigte auf, wie es um den Alkoholkonsum in den römischen Provinzen aussah – wo zunächst vor allem der Weinanbau an der Mosel und der Weinimport eine Rolle spielte. Dann verdrängte das Bier den teuren Wein in den militärisch geprägten Provinzen wie Raetien, Germanien und Britannien. Eine spannende Entdeckungsreise mit neuen Erkenntnissen über die Kulturgeschichte berauschender Getränke.

Dazu fand am Sonntag 26.5.2019 am Bajuwarenhof Kirchheim ein Aktionstag statt:
Zu Informationen und Aktionen rund ums historische Bier gab es eine Verkostung von außergewöhnlichen Biersorten, die nach alten Brauweisen hergestellt wurden.


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27.6. - Claudia Sarkady (Ludwig-Maximilians-Universität München):
"Der Mensch lebt(e) nicht nur von Brot allein - Besonderheiten der Kulturpflanzen und ihre Spuren aus der Vergangenheit"

Der Vortrag lieferte einen Einblick wie mithilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen pflanzliche Funde aus archäologischen Ausgrabungen analysiert werden können um die Ernährung und die pflanzliche Umwelt vergangener Epochen zu rekonstruieren.

Dazu fand am Sonntag 30.6.2019 am Bajuwarenhof Kirchheim ein Aktionstag statt: 
Geschichte und Geschichten um alte Nutzpflanzenaus dem Kräutergärten und dem Feld. Forschungsstationen mit Mikroskopen luden zum selber sehen ein, kulinarisch war ein frühmittelalterlicher Eintopf zu probieren.

 

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25.7. - Dr. Simon Trixl (Ludwigs-Maximilians-Universität München):
„Alte Knochen enträtselt – 7500 Jahre Nutztierhaltung im Spiegel archäologischer Funde.“

Tiere sicherten das Überleben der Menschen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit - man nutzte sie als Arbeitskraft, als Lieferanten zahlreicher Rohstoffe für Nahrung, Kleidung und vielerlei Alltagsgegenstände. Der Vortrag lieferte einen Einblick in die 7500 Jahre alte Geschichte der Haustierhaltung im bayerischen Alpenvorland und in die Forschungsmethoden der Archäozoologie.

Am Samstag und Sonntag 27./ 28.7.2019 fand am Bajuwarenhof Kirchheim ein Aktionstag statt:
Aufgrund der Erkrankung ihrer Tiere konnten die Hühner, Enten, Gänse und Ziegen unseres Biobauernhofs leider nicht kommen. Dafür waren fünf ganz liebe, streichelzahme Schafe bei uns. Studenten der LMU München präsentierten Plakate zur Nutzung tierischer Rohstoffe und organischer Materialien.

 

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29.8. - Dr. Jennifer Bagley (Bajuwarenhof Kirchheim)/ Dr. Anja Pütz (AschheiMuseum):
„Zu Tisch bei Kelten, Römern und Bajuwaren“

Ein Streifzug durch die Kulinarik bei Kelten, Römern und Bajuwaren zeigte nicht nur die Verwendung unterschiedlicher Lebensmittel und Zubereitungsarten auf, sondern ging auch auf die Bedeutung des Essen für diese unterschiedlichen Gesellschaften ein. Schließlich sind Essen und Trinken auch immer ein gemeinschaftliches Ereignis und ein wichtiger Bestandteil kultureller Identität – bis heute.

Am Sonntag 8.9.2019 fand am Bajuwarenhof Kirchheim von 11-17 Uhr das Sommerfest des Fördervereins statt.
Gemeinsames Essen, Trinken und Feiern auf dem Bajuwarenhof!

 

Alle drei Aktionen wurden gut besucht und fanden großen Anklang. Im Frühjahr 2020 wird es wieder eine Vortragsreihe am AschheiMuseum geben, diesmal unter dem Thema: Von den Kelten zu den Römern - Veränderungen und Kontinuitäten.
Ein gemeinsames Sommerprogramm mit dem Bajuwarenhof findet 2021 unter dem Motto "Stoffe und Textilien in Vor- und Frühgeschichtlicher Zeit" statt. Näheres wird noch bekannt gegeben!

 

Besucher und Veranstaltungen

 

Besucherzahlen und Besuchergruppen

Von Januar bis Dezember 2019 waren insgesamt 780 Besucher im AschheiMuseum zu zählen.

Aus den Schulen kamen die dritten Klassen der Keltengrundschule Aschheim, indische Austausschüler der Emmeramsrealschule Aschheim (siehe unten) und eine Klasse der privaten Realschule Riem für eine besondere Unterrichtseinheit ins Museum.

 

Den Auftakt der Führungssaison macht traditionell der Verein für Nordostkultur München, den wir auch dieses Jahr wieder mit einer großen Gruppe Interessierter begrüßen durften!

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Das Museum ist auch für angehende Wissenschaftler ein Lern- und Studierort. Dieses Angebot wird wahrgenommen und geschätzt.

So besuchte das gemeinsame Seminar von Prof. Dr. Bernd Päffgen (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie) und Dr. Alessia Bauer (Nordische Philologie) über Runenkunde für Archäologen der LMU München das Museum um die Runen an den frühmittelalterlichen Fibeln selbst in Augenschein nehmen zu können. Hierbei ist es ganz wichtig, dass Studierende an Orginalen lernen können, die feinen Buchstaben zu sehen und zu lesen.

Im Rahmen einer Übung zu Archäologie und Naturraum bayerischer Landschaften von Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick und Dr. Michael Peters des Instituts für Vor- und Frühgeschichtlicher Archäologie der LMU München besuchte eine Gruppe Studenten das Museum um die Besonderheiten der naturräumlichen Situation des Aschheimer Gebiets, der Vor- und Frühgeschichtlichen Besiedelung und archäologischen Befunderhaltung kennen zu lernen.

Eine Gruppe indischer Schüler der K.R. Mangalam World School aus Neu-Dehli waren im Rahmen des Austauschprojekts der Emmeramsrealschule Aschheim mit dieser Schule bei uns zu Besuch. Es war ein sehr lebendiger und für beide Seiten gewinnbringender Austausch! Besonders die frühmittelalterlichen Granate aus Ratschastan regten zur Diskussion an.

Die Jugendlichen des Kulturvereins Artemis aus Leros konnten im AschheiMuseum ein paar Aha-Effekte erleben. Immer wieder spannend ist der Austausch mit den griechischen Jugendlichen über unsere Athene-Statuette und die Verbindungen zwischen Griechenland und Süddeutschland in der Eisenzeit.

 

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Wir haben uns sehr gefreut Eduardo Cerda und Estefania Muros aus Burgos in Spanien im AschheiMuseum begrüßen zu dürfen. Eduardo Cerda ist einer der Ausgräber in der Welterbestätte Atapuerca, einer der ganz wichtigen Fundstätten in Europa für die frühe Menscheitsentwicklung. Der Kontakt zu den spanischen Forschern war über das Museumsfest in Jeongok/ Südkorea im Jahr 2018 zustanden gekommen.

 

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Der Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 stand Deutschlandweit unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“.
Passend dazu öffnete die Evangelische Segenskirche in Aschheim an diesem Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre Türen. Trotz Dauerregens nutzten zahlreiche Aschheimer und nicht-Aschheimer die Gelegenheit sich diese besondere Kirche einmal näher anzusehen. Pfarrer Torsten Bader hatte sich dankenswerter Weise die Zeit genommen, führte die Besucher durch die Kirche und beantwortete viele Fragen. Ihm und dem Team des Kirchenvorstands vielen herzlichen Dank!


Zeitgleich war natürlich auch das AschheiMuseum geöffnet, wo um 13 Uhr eine Führung speziell für Kinder und um 15.30 Uhr eine Erwachsenenführung  stattfanden.

 

AUSSTellungen - leihgaben


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Wohlbehalten von großer Fahrt zurück aus Berlin kamen unser römischer Hobel und die Statuette der Athene. Sie waren bis 6.1.2019 in der großen Archäologie Ausstellung  Bewegte Zeiten - Archäologie in Deutschland zu sehen gewesen.

Aktuell - noch bis Mai 2020 - sind die beiden großen frühmittelalterlichen Bügelfibeln und ein Goldanhänger aus dem Doppelgrab Aschheim-Bajuwarenring 166/167 verliehen. Da es das erste frühmittelalterliche Grab in Süddeutschland war, an dem man im Jahr 2000 die Pest nachweisen konnte, darf dieses Grab in der großen Sonderausstellung Pest! im westphälischen Landesmuseum in Herne nicht fehlen.

 

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