AschheiMuseum

Archäologie - Geschichte - Heimat

Archäologische Ausgrabungen 2021


Sie möchten wissen, was im Jahr 2021 archäologisch in Aschheim und Dornach alles passiert ist? Hier finden Sie eine kleine Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen. Falls Sie zu einzelnen Grabungen und deren Ergebnissen Fragen haben oder erfahren möchten warum an dieser oder jener Stelle "geschaut" wurde und an anderer nicht, dann wenden Sie sich doch einfach an uns - am besten per Email: aschheimuseum@aschheim.de



Luftbild der Fläche südlich der Straße Aschheim-Kirchheim mit Befunden einer bronze- und eisenzeitlichen Siedlung. Der auffällige dunkle Fleck ist ein Brunnen, die feinen Linien sind Zaungräbchen. (c) AschheiMuseum

Aschheim/ Kirchheim - Baustelleneinrichtungsflächen Ausbau BAB 99

Im Rahmen des vierspurigen Ausbaus der A99 und der damit verbundenen Brückenerneuerungen werden entlang der Autobahntrasse mehrere Baustelleneinrichtungs- und Lagerflächen benötigt, die seit Ende 2020 bis Herbst 2021 im Vorfeld archäologisch untersucht wurden. Hierbei waren östlich der A99 Richtung Hausen, sowie westlich der Autobahn, an der Brücke Richtung Kirchheim große Ausschnitte einer spätbronze- und eisenzeitlichen Siedlung freigelegt worden.


Pfostengruben und die Spur eines Leitungsgrabens in der Schäfflerstraße. (c) ADP

Aschheim - Sanierung und Ausbau Schäfflerstraße

Austausch und Verlegen von Leitungen sowie der Einbau von Regenwasserdrainagen machten eine archäologische Begleitung in der Schäfflerstraße nötig. Hier befindet man sich inmitten des frühmittelalterlichen Ortes, wie zahlreiche Befunde während des Hausbaus in den 1970er Jahren und in den Nachbarflächen gezeigt haben (siehe auch: Kampenwandstraße West). Trotz zahlreicher Störungen durch alte Leitungstrassen, waren in einem ungestörten Bereich vor einem Wassersammler Pfostengruben zu dokumentieren, die eine wertvolle Ergänzung bekannter Strukturen lieferten.


Luftbild des westlichen Teils der Fläche mit Pfostengruben, einem Grubenhaus (dunkler Fleck nahe der Garagenwand), einem Brunnen (runder dunkler Fleck) und einem Zaungräbchen mit Eingangssituation (dunkle Linie mit runden Enden). (c) ADP

Aschheim - Kampenwandstraße West

Zwischen Alpenstraße und Kampenwandstraße entstehen drei neue Häuser. Im Vorfeld fanden im August 2021 Ausgrabungen statt, da hier – wie erwartet – weitere Häuser, Brunnen und Grubenhäuser aus dem frühen Mittelalter (6.-8. Jh. n. Chr.) und der Eisenzeit (3./2. Jh. v. Chr.) zutage kamen. Dieser Anschluss an bereits in früheren Jahren ausgegrabene Flächen war sehr wichtig, um Hausgrundrisse und Hofstrukturen besser zu verstehen. Spannend zeigten sich vor allem ein Brunnen unter oder in einem Grubenhaus oder einem Brunnenhaus und ein Zaungräbchen mit Binnenpfosten und einer Torsituation. Mithilfe vieler kleiner Ausschnitte aus dieser Siedlung wächst nach und nach ein Bild des Aschheim der Zeit Emmerams und Tassilos.


Dornach - Sanierung und Ausbau der Rat-Kaffl-Straße

Die Rat-Kaffl-Straße schließt direkt nördlich der bekannten Befunde einer größeren keltischen Siedlung an, in der auch immer wieder kleinere Grabgruppen gefunden wurden. Da unklar war, wieweit eventuell hier noch vorhandene Siedlungsstrukturen und Gräber durch den Straßenbau beeinträchtigt sind, begleitete man die tiefen Bodeneingriffe, die hier vor der Straßensanierung getätigt wurden von Seiten der Archäologie. Hierbei waren keine Befunde festzustellen.


Dornach – Salmdorfer Straße 6

Die beiden Häuser auf dem Grundstück Salmdorfer Straße 6 in Dornach wurden abgerissen. Damit im Zusammenhang des Rückbaus keine archäologischen Befunde zerstört werden, fand vorher in den vom Abriss betroffenen Bereichen – nicht auf dem gesamten Grundstück – eine kleine Ausgrabung statt. Hier fanden sich Teile von Hausgrundrissen, der in diesem Teil Dornachs befindlichen eisenzeitlichen (600-150 v. Chr.) Siedlung, die wunderbar das bekannte Muster ergänzen und uns somit das Bild einer Großsiedlung dieser Zeit entwerfen lassen.


Dornach - Verlängerung Hochweg

Im Südosten von Dornach wird die Befestigung des Hochwegs ein Stück Richtung Osten verlängert. Nachdem unter den hier neu gebauten Häusern letztes Jahr Befunde der vermutlich spätbronzezeitlichen (1200-800 v. Chr.) Siedlung freigelegt wurden, beobachtete man auch die Erweiterung des Hochwegs archäologisch. Hier waren aber lediglich unvermutete Leitungen – jedoch keine Archäologie mehr anzutreffen.


Luftbild der Fläche mit dem dicht bebauten, umzäunten Gehöft (Herrenhof?). Das Bild zeigt links der beiden Wege die Pfostengruben und Gräbchen nach ihrer Ausgrabung, rechts im dunkleren Streifen kann die Fortsetzung des Gräbchens als dunkle Linie erkannt werden. (c) 3Archäologen

Aschheim - Schulcampus

Südlich der Realschule St. Emmeram entstehen in den nächsten Jahren deren Erweiterung und das neue Aschheimer Gymnasium. Im Vorfeld dieser Baumaßnahmen fanden hier von Ende August bis Dezember archäologische Untersuchungen statt. Dabei konnten auf der ca. 4,5 ha großen Fläche mehrere Hausgrundrisse und ein befestigtes Areal eines besonderen Gehöfts aus der frühen Eisenzeit (800-650 v. Chr.) festgestellt werden. Insbesondere der dicht bebaute Bereich innerhalb eines durch Gräbchen abgegrenzten Bereichs bedarf einer genaueren Betrachtung – eine solche Abgrenzung wird häufig mit einem „Herrenhof“ erklärt. Dies würde eine hierarchische Ordnung innerhalb der Siedlung bezeugen. Denkbar sind aber auch andere Gründe für die Abgrenzung, wie zum Beispiel spezielle Bauten zum Lagern von Lebensmitteln oder ein Handwerkerbereich. Wie dieser „Hof“ zu interpretieren ist wird sich in Zukunft noch zeigen, auf jeden Fall bietet er wieder einen interessanten neuen Aspekt innerhalb der Siedlungsgeschichte des Aschheimer Raums.  


Aschheim - Merowingerstraße 11

Im Garten des nördlich des frühmittelalterlichen Gräberfeldes gelegenen Grundstücks fanden Bodenarbeiten statt, die archäologisch begleitet wurden. Hierbei blieb der Untergrund fundleer. Das Gräberfeld reicht nicht so weit nach Nordwesten - was eine wichtige Erkenntnis darstellt.


Aschheim - Münchner Straße 20

Wie in der Merowingerstraße 11, so wurde auch im Vorfeld der Bebauung in der Münchner Straße 20 der Oberbodenabtrag archäologisch begleitet, da die Nähe zum frühmittelalterlichen Gräberfeld und einer eisenzeitlichen Siedlung dies nötig machten. Hier waren keine archäologischen Befunde festzustellen.


Dornach-Parkweg

Hausgrundrisse, Gräber und Gruben als Teile der großen eisenzeitlichen Siedlung (ca. 600 – 150 v. Chr.) im Bereich des heutigen Dornach, waren 1993 im Vorfeld des Baus der Häuser im Parkweg aufgedeckt worden. Als nun 2021 diese Häuser einen Geothermieanschluß erhielten wurden diese, damals nicht mit untersuchten Bereiche, ebenfalls archäologisch begleitet. In den engen Trassen fanden sich keine Befunde.

 

 


Ausbau der Pflastersteine auf der Münchner Straße. (c) AschheiMuseum

Aschheim - Münchner Straße West

Auf der vielbefahrenen Münchner Straße musste der Fahrbahnbelag ausgetauscht werden. Doch nicht nur dies, es wurde auch der gesamte Straßenunterbau ertüchtigt. Dabei entfernte man die noch unter der heutigen Teerdecke vorhandenen Pflastersteine aus der Zeit um 1900. Darunter tieften die Straßenbauer etwa 1 m ab, gerade soweit, um nicht in den archäologisch relevanten Bereich einzugreifen, da die Straße deutlich erhöht gebaut wurde. Unter der Straße können immernoch archäologische Spuren vorhanden sein!


Feldkirchen - Emmeramskapelle

Vielen ist nicht bewusst: die Emmeramskapelle im Gewerbegebiet von Feldkirchen steht auf einem Grundstück, dass der Gemeinde Aschheim gehört. Und sie ist eng mit der Geschichte Aschheims verbunden – als Sterbeort des Heiligen Emmeram und Standort der ersten Schule auch der Aschheimer Kinder. Doch die jetzt hier stehende Kapelle stammt aus dem Jahr 1848, Vorgängerbauten konnten vor zwei Jahren etwas westlich der heutigen Kapelle unter der Wiese festgestellt werden. Die heutige Kapelle weist ein paar kleinere Bauschäden auf und um festzustellen welches Vorgehen zum Beheben letzterer sinnvoll ist, wurden drei kleine Eingriffe im Boden getätigt. Diese Bodeneingriffe fanden unter archäologischer Aufsicht statt. Gefunden werden konnten Schichten mit Bauschutt vom Abriss der barocken Vorgängerkirche, darunter auch ein spannendes Baufragment – vielleicht eine Fensterlaibung?