AschheiMuseum

Archäologie - Geschichte - Heimat

Archäologische Ausgrabungen 2020


Sie möchten wissen, was im Jahr 2020 archäologisch in Aschheim und Dornach alles passiert ist? Hier finden Sie eine kleine Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen. Falls Sie zu einzelnen Grabungen und deren Ergebnissen Fragen haben oder auch wissen möchten warum an dieser oder jener Stelle "geschaut" wurde und an anderer nicht, dann wenden Sie sich doch einfach an uns - am besten per Email: aschheimuseum@aschheim.de




Aschheim_Daimler.JPGZwei Hausgrundrisse zeichnen sich anhand dunklerer Verfärbungen im hellen Kiesuntergrund ab (c) S. Kluthe

Aschheim - südlich der Klausnerstraße

Bezogen auf die Fläche handelte es bei der Ausgrabung südlich der Klausnerstraße um eine der größten der letzten Jahre. Auf insgesamt etwa 8 Hektar wurde der Oberboden abgezogen, da hier das Gewerbegebiet erweitert wird. Dabei zeigten sich mindestens 72 Hausgrundrisse typischer Langhäuser der frühen Bronzezeit (ca. 2200-1800 v. Chr.) sowie zwei Brunnen und ein paar Gruben. Ein Brunnen und eine Grube waren jünger und gehören zu einem römischen Hofensemble weiter südlich. Die mitunter 30 m langen Gebäude der Frühbronzezeit überlagerten sich teilweise, wodurch sichtbar wird, dass diese Siedlung mehrere Generationen Bestand hatte. Gemeinsam mit den Befunden in den anschließenden Flächen handelt es sich hier um die bislang größte frühbronzezeitliche Siedlung Südbayerns.

 

Aschheim_3Arch_DHL.JPGEin Stromleitungsgraben schneidet die 4000 Jahre alten Gräber, die sich als zarte, langovale Verfärbungen abzeichnen (c) 3Archäologen

Aschheim – nördlich der Klausnerstraße

Zwischen dem Möbelhaus XXX-Lutz und dem Frachtpostzentrum gelegen, handelte es sich bei diesem Areal um die letzte unbebaute Fläche, das nun erschlossen wurde. Aufgrund der Ergebnisse der umliegenden Flächen verwunderte es nicht, weitere Siedlungsspuren der Frühbronze- bis frühen Eisenzeit (ca. 2200-700 v. Chr.) zu finden. Überraschender waren 12 Gräber der frühen Bronzezeit (ca. 2200-1800 v. Chr.) die zu der gleichzeitigen Siedlung vornehmlich südlich der Klausner Straße gehören dürften.

 

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Aschheim – Heimstettner Weg 15

Beim Neubau mit Erweiterung eines Pools im Garten eines Einfamilienhauses konnten die letzten Reste von Siedlungsspuren in Form angeschnittener Gräbchen oder Pfostengruben, vermutlich römischer oder auch frühmittelalterlicher Zeitstellung dokumentiert werden. Sie gehören zu einer weitläufigen Siedlung in diesem Bereich.


Aschheim_Dorfstraße.JPGDie roten Ziegelmauern umschließen einen Fußboden aus gesetzten Kieselsteinen, darüber liegt schwarzer Brandschutt.

Aschheim – Dorfstraße

Zu Beginn der Dorfstraßensanierung erfolgte der Oberbodenabtrag im gesamten Straßenbereich unter archäologischer Aufsicht. Aufgrund der vielen Eingriffe für Strom, Wasser und andere Versorgungsleitungen war die Trasse größtenteils gestört. Umso mehr erfreute es, doch noch auf Spuren des alten Aschheim zu stoßen: es zeigten sich Grundmauern und ein Fußboden eines ehemaligen Stalls oder Nutzgebäudes, das wohl zum Bauernschneiderhof gehörte. Es wurde nach 1856 errichtet und fiel wahrscheinlich 1901 beim Brand des benachbarten Grollhofs den Flammen zum Opfer. Bislang kannte man dieses Gebäude nicht – ein schöner Baustein der jüngeren Aschheimer Geschichte, der hier dank archäologischer Spuren zutage kam.

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Dornach – Erdinger Landstraße 16

Im Vorfeld der Errichtung von Wohnhäusern wurde das bisher baumbestandene Grundstück archäologisch untersucht. Wie bereits in den umliegenden Grundstücken dokumentiert, zeigten sich auch auf diesem Gelände neben wenigen Pfostengruben und einer tieferen Grube sieben Gräber der keltischen Zeit – genauer der Mittellatènezeit (ca. 250-150 v. Chr.) zutage. Sie lagen in zwei Gruppen beieinander. In einer Gruppe fanden sich neben drei Erwachsenen auch zwei Kindergräber. Ein etwa im Alter zwischen 3 und 4 Jahren verstorbenes Mädchen trug etwas sehr Wertvolles bei sich: Perlen aus Bernstein.

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Dornach – Salmdorfer Straße 12

Aus der gleichen Zeit wie die Gräber an der Erdinger Landstraße (also ca. 250-150 v. Chr.) stammen zwei Gräber die direkt vor der Hauswand – im Vorgarten – des alten Gebäudes an der Salmdorfer Straße 12 freigelegt wurden. Rückseitig, im Garten fanden sich weiterhin Siedlungsspuren, entweder der gleichen oder auch etwas älterer Zeitstellung. Die spärlich mit einer Fibel und einem eisernen Armreif ausgestatteten Gräber gehörten zu einer größeren Siedlung, deren Hinterlassenschaften etwa zwischen dem Südende des Schmidwegs und dem Nordende des Brunnenwegs aufgefunden wurden und werden.

Dornach – südlicher Hochweg

Südlich des aktuell endenden Hochwegs in Dornach konnten im Vorfeld der Errichtung von Wohnhäusern ein sehr schöner Hausgrundriss und eine Grube vermutlich spätbronzezeitlicher oder früheisenzeitlicher Zeitstellung freigelegt werden. Dieses kleine Fenster ist ein ganz wichtiger Hinweis, dass die Besiedlung dieser Zeitstellung hier keineswegs endete, sondern mindestens auch in den westlich gelegenen Grundstücken weitere Spuren zu erwarten sind.

Dornach – Rat-Kaffl-Straße 27

Die Beobachtung des Oberbodenabtrags für einen Pool im Garten eines Einfamilienhauses nahe eines bekannten Bodendenkmals erbrachte kein Ergebnis.

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